Wirtschaftlichkeit


Hin und wieder wird man mit der Frage "Amortisation" eines Solarmobils konfrontiert. Die Feststellung, das sei doch alles viel zu teuer, das rentiere sich nicht, wiederholt sich oft. Mit dem Totschlagargument "Wie amortisiert sich denn Ihr Mercedes, Porsche ,Landrover o. ä." kann man zwar unsachliche Diskussionen in einer falschen Begriffswelt beenden. Insgesamt ist der Aspekt Wirtschaftlichkeit schon interessant.

Im allgemeinen wird "wirtschaftlich" gleichgesetzt mit "betriebswirtschaftlich", also jener Art zu kalkulieren, die auf die Betrachtung kleiner Regelkreise angelegt ist und negative Folgen gern sozialisiert. (Herstellung und Vertrieb von nicht recyclierbaren Verpackungen ist betriebswirtschaftlich eine tolle Sache, aber volkswirtschaftlich...) Den Vergleich Automobil und Solarmobil sollte man auch mal volks- oder noch besser weltwirtschaftlich durchführen.

Bei folgenden Überlegungen werden nur die Beschaffungskosten und die Betriebskosten verglichen, Verschleiß und Wertminderung fallen der Einfachheit halber unter den Tisch. Zunächst zum Solarmobil. Beschaffung Solargenerator 14.000 Euro, Fahrzeug 6.500 Euro, Betriebskosten 0 Euro. Der Solargenerator wird zwar im Rahmen des 1000-Dächer-Programms von der Allgemeinheit mit 9.800 Euro subventioniert, so daß privat insgesamt nur 11.000 Euro zu tragen sind. Die tatsächlichen Kosten betragen 20.000 Euro für ein Fahrzeug, bei dem die Treibstoffkosten bereits bezahlt sind und das absolut emissionsfrei fährt.

Nun zum klassischen Auto. Beschaffung eines Mittelklassewagens ca. 15.000 Euro. Die Betriebskosten setzen sich zusammen aus Treibstoffkosten etc. und Schäden, die durch den Betrieb an Mensch und Natur angerichtet werden. Das UPI-Institut [2] machte hierzu eine Kostenrechnung auf.

Danach fallen jährlich an :

14.000.000.000 Euro

30.000.000.000 Euro

53.000.000.000 Euro

-13.000.000.000 Euro


84.000.000.000 Euro
  Infrastruktur (Straßenbau, Anlagen etc)

Umweltschäden (Luft, Wald, Gebäude, Wasser etc.)

Unfallfolgen (Schäden, Instandsetzung, Verletzte, Tote)

Steuereinnahme


Ungedeckter Rest

Der Rest von 82.000.000.000 Euro/anno wird subventioniert, d. h. über andere Kanäle dem Bürger aus der Tasche gezogen. Damit zahlt im Schnitt jeder der 80.000.000 deutschen Bürger (von Baby bis Opa, vom Penner bis Flick) einen jährlichen Obulus von 1.000 Euro zusätzlich für die Einrichtung "Auto". Legt man diese Kosten auf die 30.000.000 Autos in Deutschland um, sind für jedes 3.000 Euro/anno zusätzlich zum Treibstoff zu entrichten. In der Tabelle 2 sind die tatsächlichen Kosten von Solarmobil und Automobil aufgelistet.

  Beschaffungskosten Betriebskosten/anno

  Solarmobil   Fahrzeug:
Generator:
16.400 Euro
14.000 Euro
  Summe 0 Euro
      (subventioniert)    
      Summe: 30.400 Euro    

  Automobil   Fahrzeug: 14.000 Euro   Treibstoff: 0.500 Euro
        Schäden: 2.800 Euro
 
      Summe: 14.000 Euro   Summe: 3.300 Euro

Tabelle 2 : Tatsächliche Kosten des Automobils und des Solarmobils

Selbstverständlich sind die Vergleiche stark vereinfacht und wirken daher provozierend (sollen sie auch). Den Vorwurf, hier würde ein 1-sitziges Fahrzeug mit einem 4-sitzigen verglichen, lasse ich allerdings nicht gelten. Schließlich wird in beiden meistens nur eine Person befördert.

Jetzt kann die Frage der "Amortisation" eines Solarmobils also doch noch beantwortet werden. Die Amortisationszeit beträgt gegenüber dem Automobil 2 Jahre, danach wird ein Gewinn von 3.300 Euro/anno erzielt.

Und nun nochmals zurück zur betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise. Die EVU bezahlt für die Energie aus dem Solargenerator 8,5 ct/kWh. Nachts wird der Strom zum Auftanken des Solarmobils für 6,5 ct/kWh wieder zurückgekauft. Das muß doch auch eine Krämerseele überzeugen.